Operative Mitarbeiter im digitalen Niemandsland

Artikel vom 17. November 2022
Sonstige Dienstleistungen

Die Mitarbeiter ohne Schreibtisch rücken in den Fokus der Vernetzung. Bilder: Operations1

 

Während Mobile Apps, Wearables & Co. den Alltag stark vereinfachen, ist in der Welt von produzierenden Unternehmen wenig Erleichterung angekommen. Die Digitalisierungsbestrebungen fokussierten stark auf Vernetzung von Maschinen, Einführung einer Fertigungssteuerung und häufig sperrige Insellösungen. So stehen Mitarbeiter vor der Herausforderung, ihre Informationen aus fragmentierten Lösungen mit komplexen Darstellungen häufig sogar noch aus ausgedruckten Anweisungen oder Checklisten zu beziehen.

Probleme werden oft nicht rückverfolgbar, per Zuruf gelöst, Daten manuell von Papier in Excel-Files übertragen oder gar nicht erst berücksichtigt. Während Wissensarbeiter sich seit Jahren ausgefeilter Digitalisierungslösungen erfreuen, werden operative Kräfte, Werksmitarbeiter, häufig im digitalen Niemandsland allein gelassen.

In den vergangenen Jahren verstärkt sich der Trend, auch die schreibtischlosen Mitarbeiter mit digitalen Technologien auszustatten und sie in der Organisation zu vernetzen. Die digitale Einbindung der operativen Mitarbeiter in Unternehmensprozesse lässt sich als Connected Work bezeichnen.

Umfassende Erhebung

In der Umfrage „Connected Work Studie 2023“ zur Vernetzung von Arbeitskräften untersucht Operations1, wie Connected Work aktuell in der Branche gelebt wird, wie die Zukunft von Connected Work aussieht und der Weg dorthin konkret gelingt.

Operations1 evaluiert, wie die Rolle des Werkers in den nächsten Jahren in verschiedenen Branchen gesehen wird und welche unterstützenden Technologien und Maßnahmen für Werker in Zukunft eingesetzt werden.

Neue Talente und alte Hasen

Produzierende Unternehmen stehen unter Druck, Nachwuchskräfte zu finden. Gleichzeitig werden die Produktionsprozesse aufgrund der steigenden Produktvarianten komplexer. Leider verbringt die Belegschaft zu viel Zeit mit repetitiven, nicht wertschöpfenden und wenig sinnvollen Tätigkeiten – das frustriert die Betroffenen. Digitale Tools können für Abhilfe sorgen und die operativen Mitarbeiter, die für einen störungsfreien Betrieb eine zentrale Rolle spielen, stärker einbinden.

Die Vernachlässigung der Mitarbeiter in der Produktion wird durch Einbindung in digitale Prozesse beendet.

Employer Branding

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und für junge Mitarbeiter ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, sollte die Digitalisierung in der Produktion ein wichtiger Bestandteil der Employer-Branding-Strategie sein. Soudronic, Hersteller von Produktionsanlagen für Metallverpackungen mit Hauptsitz in der Schweiz, hat eine auf Software basierende Systemlösung mithilfe von Operations1 realisiert und eine Connected-Worker-Plattform eingeführt. Diese hilft dabei, »sich auf wichtige Aufgaben wie den eigentlichen Prüfprozess und nicht die Suche nach Informationen oder das Kopieren von Daten zu konzentrieren«, erläutert Cyril Maurer, Leiter Produktion und Prüfstand bei Soudronic.

Plattformen für operativ Arbeitende

Als Connected Work bezeichnet man die organisatorische, prozessuale und technologische Vernetzung von operativen, sogenannten „schreibtischlosen“ Mitarbeitern. Typischerweise meint man damit anwenderzentrierte Digitalisierung für Mitarbeiter in der Produktion, Logistik oder weiteren produktionsnahen Supportprozessen. Eine Connected-Worker-Plattform stellt die technologische Lösung zur Realisierung dieser Vernetzung dar.

Der Unterschied zu typischen Softwareapplikationen ist, dass Mitarbeiter in ein umfassendes digitales System eingebettet werden. Informationen werden kontextbasierend bereitgestellt, Mitarbeiter interagieren mit IoT-Equipment und sind in Echtzeit miteinander sowie mit Führungs- und Arbeitsplanungsebenen vernetzt.

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