Jetzt bewerben für 5G in Baden-Württemberg

Artikel vom 21. April 2020
Sonstige Dienstleistungen

Fünf Testumgebungen für 5G gibt es neuerdings in Baden-Württemberg. Das jüngste Feld wird in Karlsruhe eingerichtet. Alle fünf stehen kleinen und mittelständischen Unternehmen offen, um den neuen Mobilfunkstandard zusammen mit Forschungseinrichtungen zu erproben sowie Produkt- und Geschäftsideen zu entwickeln, die ohne 5G nicht möglich sind. Die Bewerbung um gemeinsame Projekte ist ab sofort möglich.

Der Mobilfunkstandard 5G berücksichtigt auch die Bedürfnisse der Industrie. Bild: Rainer Bez/Fraunhofer IPA

Die fünfte Generation des Mobilfunks berücksichtigt die Bedürfnisse der Industrie. So ermöglicht der neue leistungsstarke Mobilfunkstandard die bedarfsgerechte Vernetzung mit hoher Bandbreite, niedriger Latenz und hoher Verbindungsanzahl – und schafft die Grundlage für Industrie 4.0 sowie das Internet der Dinge. Um zu erforschen, welche neuen Produkte und Geschäftsideen mit 5G möglich werden, werden 5G-Testumgebungen in Stuttgart, Mannheim, Reutlingen, Freudenstadt und nun in Karlsruhe aufgebaut.

Das Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg hat den Förderbescheid über 900.000 Euro für das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart erlassen. Wissenschaftler des dortigen Kompetenzzentrums DigITools koordinieren das Forschungsprojekt »Transferzentrum 5G4KMU«.

Beteiligt sind die Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie PAMB des Fraunhofer IPA, das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, das Reutlinger Zentrum Industrie 4.0, das Centrum für Digitalisierung, Führung und Nachhaltigkeit Schwarzwald (kurz: Campus Schwarzwald) in Freudenstadt und das wbk Institut für Produktionstechnik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Fünf Forschungsschwerpunkte

Die Forscher am KIT beginnen mit dem Aufbau der 5G-Testumgebung. Sie wollen diese nutzen, um Fragestellungen rund um die vorausschauende Instandhaltung von Maschinen und der dafür nötigen Auswertung von Daten durch intelligente Algorithmen zu beleuchten. Weitere Forschungsschwerpunkte liegen in der Lokalisierung von Betriebsmitteln, Augmented-Reality-Brillen und der Interaktion von Mensch und Maschine.

Abhängig von ihren Kernkompetenzen setzen die 5G-Testumgebungen andere Schwerpunkte. So konzentriert sich in Stuttgart das Fraunhofer IPA auf Potenziale von 5G für Fabriken und Produktionssysteme, während sich das Fraunhofer IAO mit Smart Services und Smart Products beschäftigt. In Freudenstadt legt der Campus Schwarzwald den Fokus auf Fragestellungen rund um die Produktion, wobei der Maschinenbau und die Fertigungsindustrie im Mittelpunkt stehen. Am Reutlinger Zentrum Industrie 4.0 stehen Logistik und die Informationsbereitstellung in Unternehmen im Fokus. In Mannheim untersucht die Projektgruppe für Automatisierung in Medizin- und Biotechnologie PAMB, welche Möglichkeiten 5G Kliniken und medizinischen Labors eröffnet.

Quick Checks

Alle fünf Testumgebungen stehen kleinen und mittelständischen Unternehmen offen, um den Mobilfunkstandard 5G zusammen mit den Forschungseinrichtungen zu erproben. Die Zusammenarbeit ist im Rahmen sogenannter Quick Checks möglich. Dabei prüfen die Wissenschaftler von den Unternehmen eingereichte Produkt- und Geschäftsideen auf ihre Machbarkeit. Die Bewerbung um Quick Checks ist ab sofort möglich.

Anschließend kann die weitere Zusammenarbeit in Form eines sogenannten Exploring Projects erfolgen. Darin wird gemeinsam mit den Unternehmen ein Konzept entworfen, als Prototyp implementiert und in einer Testumgebung erprobt. Die Aufwände der Forschungseinrichtungen für Quick Checks und Exploring Projects werden aus den Mitteln des Transferzentrums 5G4KMU finanziert, sodass teilnehmenden Unternehmen keine Fremdkosten entstehen.

https://5g4kmu.de/working-together

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