Kistler und TEST-FUCHS starten Aerospace-Sensorik-Kooperation

Artikel vom 1. Juli 2026
Laseranlagen abtragend und bearbeitend

Kistler und TEST-FUCHS Aerospace Systems entwickeln gemeinsam Messsysteme für die Luft- und Raumfahrt. Im Fokus stehen europäische Lieferketten sowie Druck-, Kraft- und Beschleunigungssensoren für sicherheitskritische Anwendungen.

v. l. n. r.: Markus Nagl, Michael Schilling, Volker Fuchs, Marc Schaad und Peter Hoeffgen anlässlich der besiegelten Technologiekooperation in Groß-Siegharts. (Bild: Kistler Gruppe)

Die Kistler Gruppe und TEST-FUCHS Aerospace Systems haben eine Technologiekooperation für Messsysteme in der Luft- und Raumfahrt angekündigt. Unter dem Leitmotiv »Airborne Sensors Made in Europe« wollen die Partner Entwicklung, Qualifizierung und Serienproduktion innerhalb Europas bündeln. Ziel ist es, Sensorlösungen für sicherheitskritische fliegende Anwendungen bereitzustellen und damit die europäische Wertschöpfungskette im Luftfahrtsektor zu stärken.

Kistler bringt dafür seine Erfahrung in dynamischer Messtechnik sowie in der Entwicklung und Fertigung piezoelektrischer und piezoresistiver Sensoren ein. TEST-FUCHS ergänzt die Partnerschaft mit Systemintegration, Qualifizierung und Serienfertigung sicherheitskritischer Luftfahrtkomponenten. Das Unternehmen verfügt zudem über Kontakte zu Luftfahrt-OEMs und wird künftig auch als Integrationspartner für Messlösungen gegenüber OEMs auftreten.

Sensorik für anspruchsvolle Betriebsbedingungen

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen Druck-, Kraft- und Beschleunigungssensoren für extreme Einsatzbedingungen. Genannt werden Hochtemperaturumgebungen in der Triebwerksüberwachung, kryogene Anwendungen im Zusammenhang mit Wasserstoffantrieben sowie vernetzte Sensorkomponenten für die Strukturüberwachung moderner Flugzeugsysteme. Die Lösungen müssen die Zertifizierungsanforderungen der Luftfahrtindustrie erfüllen und sind auf sicherheitskritische Anwendungen ausgelegt.

Die Kooperation adressiert die steigende Nachfrage von OEMs und Tier-1-Zulieferern nach technologisch souveränen und belastbaren europäischen Lieferkettenlösungen. Beide Unternehmen sehen darin eine Möglichkeit, ihre jeweiligen Kompetenzen entlang der Wertschöpfungskette zu verbinden. Kistler fokussiert dabei auf die Sensortechnologie, TEST-FUCHS auf Integration, Qualifizierung und Anwendung in Luftfahrtprogrammen.

Fokus auf neue Luftfahrzeuggenerationen

Ein Ziel der Partnerschaft ist die Positionierung in Schlüsselprogrammen der nächsten Luftfahrzeuggeneration. Zudem wollen die Unternehmen Sensorkomponenten ersetzen, die in bestehenden Programmen abgekündigt wurden. TEST-FUCHS deckt bereits heute mit eigenen Produkten Bereiche wie Level-Sensorik und Temperaturmessung ab. Durch die Kooperation sollen zusätzliche Anwendungsfelder für Messlösungen erschlossen werden.

Die Kistler Gruppe mit Sitz in Winterthur entwickelt Messtechnik zur Erfassung von Druck, Kraft, Drehmoment und Beschleunigung. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.000 Mitarbeitende an mehr als 60 Standorten weltweit. TEST-FUCHS ist ein österreichisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Groß-Siegharts und entwickelt unter anderem Testsysteme, Ground Support Equipment sowie Komponenten und Systeme für zivile und militärische Luft- und Raumfahrtanwendungen.

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