Trelleborg erweitert Halbleiterfertigung und Werkstoffe in Malta

Artikel vom 30. Juli 2026
Bauteile

Trelleborg Sealing Solutions baut seine europäische Fertigung in Malta aus. Die zusätzlichen Reinraumkapazitäten und neue fluortensidfreie Werkstoffe im Portfolio »Isolast PureFab« sollen Halbleiterkunden bei Lieferfähigkeit, Prozesssicherheit und PFAS-Vorgaben unterstützen.

Bild: Trelleborg.

Bild: Trelleborg.

Trelleborg Sealing Solutions hat seine europäische Produktionsstätte in Malta erweitert. Der Standort in Hal Far und Marsa erhält mehr als 500 m² zusätzliche Reinraumfläche und konzentriert sich auf Dichtungs- und Dämpfungslösungen aus Fluorelastomeren (FKM) und Perfluorelastomeren (FFKM). Damit sollen Halbleiterhersteller kürzere Lieferzeiten, mehr Liefersicherheit, zusätzliche Flexibilität und eine schnellere Markteinführung ihrer Lösungen erreichen.

Die erweiterte Fertigung verbindet globale Forschungs- und Entwicklungskompetenz mit regionaler Produktion. Das soll Kunden helfen, Risiken durch geopolitische Unsicherheiten zu reduzieren und ihre Lieferketten breiter aufzustellen. Neben Malta betreibt das Unternehmen spezialisierte Produktionsstätten für die Halbleiterindustrie in Tewkesbury in Großbritannien und Yongin in Südkorea.

Mehr Reinraumfläche und zusätzliche Kapazitäten

Die Investition in Malta ist Teil der Halbleiterstrategie und unterstützt die Ziele des European Chips Act. Neben den Kapazitäten für die Halbleiterindustrie entstehen am Standort auch neue Produktionsanlagen für den Life-Sciences- und Biopharmazie-Markt. Das Unternehmen ist seit 1961 auf Malta ansässig und baut seine Rolle in der produzierenden Industrie der Insel weiter aus.

Mit der Erweiterung sollen auch Fachkompetenzen am Standort ausgebaut und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Belegschaft soll auf 600 Mitarbeitende anwachsen, um den zusätzlichen Geschäftsanforderungen gerecht zu werden. Perspektivisch sind weitere Kapazitätserweiterungen möglich.

Fluortensidfreie Werkstoffe für PFAS-Anforderungen

Regulierungsbehörden und Halbleiterhersteller arbeiten weltweit daran, den Einsatz per- und polyfluorierter Alkylsubstanzen zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund wurde das Werkstoffportfolio »Isolast PureFab« um drei fluortensidfreie Werkstoffe ergänzt: zwei Hochtemperatur-Perfluorelastomere und ein Fluorelastomer.

Die Materialien werden ohne niedermolekulare PFAS-Fluortenside hergestellt. Dadurch sollen Halbleiterkunden regulatorische Risiken besser einschätzen und ihre Lieferketten stabiler planen können. Die neuen Werkstoffe sind für den Einsatz bei hohen Temperaturen und in Umgebungen mit zunehmend aggressiven chemischen Precursoren ausgelegt.

Dichtungen für anspruchsvolle Front-End-Prozesse

Die Werkstoffreihe ist für Front-End-Prozesse in der Halbleiterfertigung vorgesehen. Dazu zählen Abscheidung, Ätzen, Veraschung und Strippen, Plasmareinigung sowie thermische Prozesse wie die Atomlagenabscheidung. Die Dichtungswerkstoffe sollen dazu beitragen, vorzeitige Ausfälle zu vermeiden und die Betriebszeit von Anlagen zu erhöhen.

Für Anwendungen in der Halbleiterindustrie sind Reinheit, chemische Beständigkeit und Prozessstabilität entscheidend. Die Dichtungs- und Dämpfungslösungen zielen darauf ab, die Anforderungen von Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz, 5G, maschinelles Lernen, Hochleistungsrechnen und Miniaturisierung zu unterstützen.

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