»Twyn« beschleunigt visuelle Prüfung großer Stahlbaugruppen
zerstörungsfreie Bauteilprüfung
Die AR-Lösung »Twyn« von Visometry unterstützt FB2M bei visuellen Prüfungen großer Stahlbaugruppen. Laut Pressemitteilung sinkt die Prüfzeit in aufwendigen Fällen von fast einem Arbeitstag auf höchstens 30 Minuten; fehlende Teile werden zuverlässiger erkannt.

Aufwendige Prüfungen lassen sich von nahezu einem Arbeitstag auf höchstens 30 Minuten verkürzen. (Bild: Visometry)
FB2M mit Sitz in Sarralbe, Frankreich, fertigt große Komponenten und Baugruppen für den schweren Stahlbau. Das Leistungsspektrum reicht von Schweißen und mechanischer Bearbeitung über zerstörungsfreie Prüfungen bis zu Strahlen und Lackieren. Die Bauteile werden unter anderem für Kräne, Erdbewegungsmaschinen und Tunnelbohrmaschinen eingesetzt. Entsprechend wichtig sind zuverlässige Qualitätsprüfungen entlang des Fertigungsprozesses.
Vor der Einführung der neuen Prüfsoftware erfolgten visuelle Prüfungen und grundlegende geometrische Kontrollen anhand von 2D-Zeichnungen sowie mit Messmitteln wie Maßband oder Messschieber. Zusätzlich mussten Prüfprotokolle manuell abgezeichnet werden. Dieser Ablauf war zeitaufwendig, fehleranfällig und bei schwer lesbaren Unterlagen umständlich.
AR-Kontrolle per Tablet
Seit 2025 nutzt das Unternehmen die tabletbasierte Prüfsoftware »Twyn« von Visometry. Die Lösung wird in mehreren Phasen des Fertigungsprozesses eingesetzt: zur Prüfung und Freigabe von Unterbaugruppen, bei der Endkontrolle kompletter Bauteile sowie für abschließende Abnahmeprotokolle. Beispiele aus der Anwendung sind Raupenträger für Mobilkräne und Drehbühnen für Bagger.
Die Software überlagert digitale Prüfinformationen mit dem realen Bauteil und unterstützt so die visuelle Kontrolle direkt in der Produktion. Dadurch erhalten die Prüfer eine klarere Struktur für ihre Arbeit, und Kontrollen lassen sich einheitlicher durchführen. Nach Angaben des Anwenders wurden besonders aufwendige Prüfungen von fast einem Arbeitstag auf höchstens 30 Minuten verkürzt. Das entspricht einer Reduzierung der Prüfzeit um bis zu 90 Prozent.
Weniger Nichtkonformitäten und digitale Dokumentation
Auch die Ergebnisse der Prüfprozesse haben sich verändert. Kundenseitige Nichtkonformitäten aufgrund fehlender Teile sind laut Pressemitteilung um 50 Prozent gesunken. Zudem gingen interne Nichtkonformitäten durch Montagefehler zurück. Als Verbesserungen nennt das Unternehmen mehr Sorgfalt und Konsequenz bei den Prüfungen, kürzere Prüfzeiten, zusätzliche Zwischenprüfungen und eine standardisierte digitale Dokumentation.
Die Organisation der Prüfungen wurde ebenfalls angepasst. Früher musste teilweise ein Mitarbeiter aus der Produktion hinzugezogen werden. Heute führen Qualitätsprüfer die Kontrollen direkt selbst durch. Drei Qualitätsprüfer nutzen die Lösung täglich per Tablet; Produktionsmanager verwenden sie gelegentlich auch auf dem iPhone. Bestehende Mess- und Prüfverfahren werden dabei nicht ersetzt, sondern ergänzt. Das AR-Tool kommt zusätzlich zu zerstörungsfreien Prüfungen der Schweißnähte zum Einsatz.


