Der Strom fließt weiter zuverlässig

Artikel vom 13. Oktober 2022
Sonstige Dienstleistungen

Die Unterbrechung des Stroms im Jahr 2021 dauerte im Durchschnitt 12,1 Minuten (Grafik: VDE).

Die Stromversorgung in Deutschland ist auf einem hohen Niveau: Über das gesamte Jahr gerechnet, mussten Stromkunden 2021 durchschnittlich nur 12,1 Minuten ohne Strom auskommen. Das zeigt die neue Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE FNN).

Im Vergleich zu 2020 ist allerdings die Stromunterbrechungsdauer, die ausschließlich durch höhere Gewalt beziehungsweise Extremwetterlagen verursacht wurde, 2021 deutlich von 2,3 auf 9,2 Minuten gestiegen. Grund dafür ist die Naturkatastrophe im Westen und Südwesten Deutschlands im Sommer 2021.

Durch die Flut waren zeitweise mehr als 100.000 Einwohner in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz längere Zeit ohne Strom. Dank der Solidarität vieler Netzbetreiber konnte nach etwa einer Woche weitestgehend eine provisorische Stromversorgung hergestellt werden. Es wurden mehr als 5400 technische Anlagen wie Ortsnetzstationen und Kabelverteilerschränke lokal geprüft, um auf dieser Basis die systematische Instandsetzung zu starten.

Zuverlässig und sicher

Im internationalen Vergleich ist die Zuverlässigkeit der Stromversorgung in Deutschland weiterhin auf hohem Niveau. »Hinter Südkorea haben wir in Deutschland eine der zuverlässigsten Stromversorgung der Welt. Die Statistik zeigt, dass bei uns drei von vier Kunden im vorigen Jahr gar nicht von einem Stromausfall betroffen waren. Unsere Versorgung ist sicher, obwohl die Schalt- und Bautätigkeiten im Netz weiterhin sehr hoch sind. Das zeigt, dass die Netzbetreiber die Prozesse erfolgreich optimieren haben«, sagt Heike Kerber, Geschäftsführerin von VDE FNN.

Für Industrie- und Gewerbekunden mit hochempfindlichen Geräten und Anlagen sind vor allem kurzzeitige Spannungseinbrüche relevant. Bei fehlenden oder falsch eingestellten Schutzparametern an den Kundenanlagen können kurzzeitige Spannungseinbrüche zu deren Beeinträchtigung oder Abschaltung führen. Daher werden diese seit 2004 gesondert ausgewertet. Die für 2021 ermittelte Anzahl kurzschlussartiger Fehler liegt im Rahmen der üblichen zufallsbedingten Schwankungsbreite.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien hatte auch 2021 keinen erkennbaren Einfluss auf die Versorgungsqualität. Allerdings hat die Zahl der Situationen zugenommen, in denen die Stromnetzbetreiber eingreifen mussten, um den Vorrang von erneuerbarer Energie sicherzustellen. Der Aufwand zur Aufrechterhaltung der Netz- und Systemsicherheit steigt dadurch an.

Wo Waldbrände zu verzeichnen waren, hatten diese wie in den vergangenen Jahren, wenn überhaupt, nur eine marginale Auswirkung auf das Störungsgeschehen und auf die Stromunterbrechungsdauer.

Die VDE-FNN-Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik zeigt, wie sich die Qualität der Stromversorgung in Deutschland entwickelt. Die Basis der jährlich veröffentlichten Statistik sind freiwillige Angaben von Netzbetreibern zu Störungen und Verfügbarkeiten von Strom. Die Daten repräsentieren 75 Prozent des deutschen Stromnetzes und umfassen sämtliche Spannungsebenen.

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