Schwieriges Jahr für die Prüftechnik

Artikel vom 1. Juni 2021
Sonstige Dienstleistungen

Die Corona-Pandemie hat in der Prüftechnik deutliche wirtschaftliche Spuren hinterlassen. Erstmals seit 2010 wurde ein Rückgang von 15 Prozent verzeichnet, berichtet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Der Produktionswert für 2020 liegt bei 2,2 Milliarden Euro.

Ein schwieriges Jahr liegt hinter der Mess-und Prüftechnik, der Produktionswert in der Prüftechnik ging 2020 um 15 Prozent zurück. Quelle: VDMA

 

  • 6 Prozent Umsatzplus in 2021 erwartet
  • Exportmärkte China und USA im Fokus

 

»2020 war ein herausforderndes Jahr mit teilweise großen Umsatzeinbrüchen. Durch die Einführung der Kurzarbeit konnten viele Unternehmen der Prüftechnik die Belegschaft halten. Obwohl das vierte Quartal etwas besser war als die vorangegangenen Quartale, steht unter dem Strich ein Minus«, fasst Dr. Matthias Irle, Vorsitzender der VDMA-Fachabteilung Prüftechnik und Geschäftsbereichsleiter Technik bei EMG Automation, das abgelaufene Jahr zusammen. Im Jahr 2019 hatte die Prüftechnik einen Rekord in der Produktion von 2,7 Milliarden Euro verbucht.

Rückgang im Export
Insbesondere das Exportgeschäft gestaltete sich 2020 schwierig. Mit 986 Millionen Euro war es deutlich rückläufig, was einem Minus gegenüber dem Vorjahr von 17,6 Prozent entspricht.

Nach wie vor ist China der größte Exportmarkt und nimmt 30 Prozent der gesamten Prüftechnik aus Deutschland ab. Die USA behaupten trotz eines Rückgangs von  zwölf Prozent den zweiten Platz. Neu auf Platz drei ist Russland gerückt, das als einziges Land mehr Prüftechnik aus Deutschland nachfragte als im Vorjahr. Deutlicher Rückgang ist bei den Exporten nach Großbritannien zu berichten, diese gingen um fast 40 Prozent zurück. In der Rangliste fällt das Land von Platz sieben auf Platz neun. Eine Ursache hierfür liegt im Brexit und den erschwerten Handelsbedingungen mit der Insel.

»Das Jahr 2021 begann etwas schleppend. Doch seit März kommt Fahrt auf“, erklärt Dr. Matthias Irle, Vorsitzender der VDMA-Fachabteilung Prüftechnik. Foto: VDMA

Die Importe in der Prüftechnik beliefen sich im Jahr 2020 insgesamt auf 157 Millionen Euro, was einem deutlichen Rückgang gegenüber 2019 von 26,1 Prozent entspricht. Aus den meisten Lieferländern ist ein Rückgang zu verzeichnen. Nur von den Nachbarn aus der Schweiz und aus Österreich wurden 2020 geringfügig mehr Prüfmaschinen eingeführt als im Jahr davor. Die meisten Importe stammen aus den USA, jedoch mit rückläufiger Tendenz. Die größten Rückgänge mussten Italien (minus 35 Prozent) und Frankreich (minus 65 Prozent) hinnehmen.

Die Lage hellt sich auf

Seit März hellt sich die wirtschaftliche Lage in der Prüftechnik mit einem Zuwachs im Auftragseingang von 33 Prozent auf. Zudem zeigen die Prüftechnikexporte im ersten Quartal 2021 einen ermutigenden Aufwärtstrend. Insgesamt gingen die Unternehmen positiv in das aktuelle Jahr. Für die Gesamtbranche rechnet die VDMA-Fachabteilung mit einem Umsatzwachstum von sechs Prozent.

»Das Jahr 2021 begann etwas schleppend. Doch seit März kommt Fahrt auf. Unsere Branche profitiert von einem breiten Produktportfolio und unterschiedlichen Kundenbranchen sowie Nischenmärkten«, betont Irle. Beispielsweise werden aus der Medizintechnik gute Umsätze berichtet. Prüftechnik für die Elektromobilität liegt im Trend. Mit Blick auf die Exportmärkte stehen weiterhin China und die USA im Fokus. Von ihnen werden wichtige Umsatzimpulse erwartet.

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