Sensorik und Messtechnik: Auftragslage trübt sich ein

Artikel vom 1. November 2020
Messtechnik

Der Umsatz in Sensorik und Messtechnik geht zurück. Bild: AMA

Der Anteil der AMA-Mitgliedsunternehmen, die Kurzarbeit angemeldet haben, stieg im zweiten Quartal auf 55 Prozent, berichtete der AMA Verband für Sensorik und Messtechnik in Berlin. Die Branche der Hersteller von Sensorik und Messtechnik verzeichnete einen Rückgang um acht Prozent verglichen mit dem Vorquartal, nachdem bereits im ersten Quartal eine Umsatzeinbuße von einem Prozent vermeldet wurde. Die Auftragseingänge entwickelten sich negativ. Sie reduzierten sich um 13 Prozent.

Der Verband befragte seine 450 Mitglieder zur wirtschaftlichen Entwicklung im zweiten Quartal. Große und mittlere Unternehmen (KMU) zeigen eine ähnliche Umsatzentwicklung, aber die Erwartungen fallen unterschiedlich aus. Zwar hatten die Unternehmen im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 14 Prozent prognostiziert, erwirtschafteten sie mit minus acht Prozent ein besseres Ergebnis als befürchtet. Für das aktuelle Quartal rechnen sie mit einem Minus von drei Prozent. Die großen Unternehmen müssen einen Umsatzrückgang von neun Prozent verkraften. Für das dritte Quartal rechnen die großen Unternehmen mit einem Minus von einem Prozent.

Die Absatzmärkte

Die Absatzmärkte der Sensorik- und Messtechnikunternehmen entwickeln sich im zweiten Quartal unterschiedlich. Positiv zeigten sich lediglich die Absätze in die Gebäude- und Heizungs-, Lüftung- und Klimabranche. Die Medizintechnik verzeichnete leichte Rückgänge.

Die stärksten Absatzrückgänge mussten die Lieferanten hinnehmen, die in die stark sensorgetriebenen Branchen Automobil, Mobilität, Maschinenbau und Elektrotechnik liefern. Dort trüben sich auch die Erwartungen für das vierte Quartal deutlich ein. Zuversichtlich zeigen sich hingegen die Zulieferer in die Halbleiter- und Medizintechnik und in die eigene Branche der Sensorik und Messtechnik.

Im Abwärtstrend

„Die gesamte deutsche Wirtschaft erlebte im ersten Halbjahr einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung,“ sagt Thomas Simmons, AMA-Geschäftsführer. „Diese Entwicklung zieht auch die Sensorik und Messtechnik in einen Abwärtstrend. Die schwache Nachfrage aus dem Ausland flankiert die Absatzentwicklung zusätzlich. Wie stark der Einbruch für die Sensorik und Messtechnikhersteller wird, lässt sich gegenwärtig noch nicht abschätzen.“

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