FiT2clean Award 2026: Innovationen in der Teilereinigung prämiert
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Der Fachverband industrielle Teilereinigung hat den »FiT2clean Award 2026« vergeben. Ausgezeichnet wurden Lösungen für Laserreinigung von Massenschüttgut, bildgebende Fluoreszenzmesstechnik und die Messung des Kavitationsrauschpegels in Ultraschallbädern.

Der »FiT2clean Award 2026« ging an SLCR Lasertechnik, vertreten durch Vertriebsleiter Steffen Neuhaus (Bild: Fachverband industrielle Teilereinigung e. V.).
Innovationen in der industriellen Reinigungstechnik tragen dazu bei, Fertigungsprozesse stabiler und ressourcenschonender zu gestalten. Das zeigte die Verleihung des fünften »FiT2clean Award« am 25. Juni 2026 in Esslingen. Den mit 10.000 Euro dotierten Innovationspreis des Fachverbands industrielle Teilereinigung e. V. (FiT) erhielt die SLCR Lasertechnik GmbH für ein System zur Laserreinigung von Massenschüttgütern. Auf den Plätzen zwei und drei folgten die Sita Messtechnik GmbH und die Elma Schmidbauer GmbH.
Die industrielle Transformation stellt produzierende Unternehmen auch beim Fertigungsschritt Bauteilreinigung vor neue Anforderungen. Dafür seien laut Dr. Michael Flämmich, Vorstandsvorsitzender des FiT, Innovationen und Weiterentwicklungen entlang der gesamten Prozesskette erforderlich. Mit dem »FiT2clean Award« zeichnet der Fachverband jährlich Leistungen und Lösungen für die industrielle Teilereinigung aus. Die Finalisten präsentierten ihre Einreichungen bei der 34. Fachtagung »Industrielle Bauteilreinigung«. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten bei der Wahl des Gewinners mitentscheiden.
Laserreinigung für Massenschüttgut
Die prämierte Entwicklung von SLCR Lasertechnik ermöglicht den Einsatz der Laserreinigung zur Vorbereitung von Schüttgütern wie Schrauben, Muttern, Nieten und Clipsen vor dem Beschichten und galvanischen Verzinken. Mit dem »Lama-System« können bisher erforderliche Vorbereitungsschritte entfallen. In der geschlossenen Anlage werden bis zu 250 kg Massenschüttgut in einem Durchgang mittels Lasertechnik gereinigt.
Je nach Form und Größe der Teile liegen die Bearbeitungszeiten in der Kabine bei etwa 5 bis 25 Minuten. Der Prozess benötigt lediglich eine Absaugung. Nach der Bearbeitung können die Teile direkt in die Beschichtung überführt werden. Zudem zeigte sich, dass längere Liegezeiten zwischen Reinigung und Beschichtung im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren zu geringeren Beeinträchtigungen der Oberflächenqualität für die Beschichtung führen können.
Filmische Restkontaminationen flächig prüfen
Den zweiten Platz belegte Sita Messtechnik mit dem »FluoSpection Qube«.

Über den 2. Platz freuten sich Wolfgang Schmitt (Anwendungstechnik, 2. v. li), André Lohse (Leiter Anwendungstechnik, Mitte) und Geschäftsführerin Juliane Schulze (2. v. re) von Sita Messtechnik (Bild: FiT).
Die Neuentwicklung aus der bildgebenden Fluoreszenzmesstechnik dient der flächigen und ortsaufgelösten Kontrolle filmischer Sauberkeit. Ziel war es, die Nachweisempfindlichkeit punktueller Fluoreszenzmessungen auf eine flächige Messung zu übertragen und zugleich die Verteilung filmischer Verunreinigungen sichtbar, bewertbar und dokumentierbar zu machen.
Das Messsystem verbindet definierte Messbedingungen, einfache Bedienung, automatisierte Auswertung und umfassende Dokumentation. Der Prüfablauf ist auf wenige Schritte ausgelegt: Bauteil einlegen, Messung starten, Ergebnis anzeigen, relevante Bereiche oder vordefinierte Spezifikationen auswählen, Bewertung durchführen und dokumentieren. Eine exakte Positionierung des Bauteils ist nicht erforderlich, da die Software Ausrichtung, Drehung und Zuordnung der Aufnahmen unterstützt.
Kavitationsrauschpegel in Ultraschallbädern messen
Elma Schmidbauer erreichte mit »Elmasens Cavicheck« den dritten Platz.

Mit einer innovativen Lösung zur Erfassung des Kavitationsrauschpegels von Ultraschall sicherte sich Elma Schmidbauer den dritten Platz. Entgegengenommen hat die Auszeichnung Oliver Bothe (Mitte), Senior Produktmanager (Bild: FiT).
Die Messlösung erfasst den Kavitationsrauschpegel von Ultraschall normorientiert nach IEC TS 63001. Das Gerät schwimmt während der Prüfung auf der Badoberfläche, versorgt sich per Energy Harvesting aus dem Leistungsschall selbst mit Energie und speichert die Messdaten verschlüsselt im Gerät.
Nach Abschluss der Messung werden die Daten als Web-URL zusammen mit der eindeutigen Geräte-ID im integrierten NFC-Speicher hinterlegt. Ein NFC-fähiges Smartphone dient als neutraler Übertragungskanal zu einer gesicherten Webapplikation. Dort werden Messung und Ultraschallbad zusammengeführt, mit Prozessparametern wie Temperatur, Reinigerkonzentration, Gasgehalt oder Wasserqualität ergänzt und als Zertifikat ausgegeben. Die Entwicklung ermöglicht damit eine messdatenbasierte und reproduzierbare Qualifizierung von Ultraschallbädern.
Der nächste »FiT2clean Award« wird im Rahmen der »parts2clean« verliehen, die vom 5. bis 7. Oktober 2027 auf dem Stuttgarter Messegelände stattfindet.


