Automatisierung als Schlüssel für Europa

Artikel vom 11. November 2025
Qualitätsmanagement

Cobots auf dem Vormarsch: 84 Prozent der Fachkräfte sehen kollaborierende Roboter positiv. Produktivität, Kosten und Qualität profitieren.

Cobots im Einsatz: In Deutschland setzen bereits 35 Prozent der Unternehmen kollaborierende Roboter ein, weitere 31 Prozent planen die Einführung. Bilder: Universal Robots

Die europäische Industrie steht angesichts globaler Unsicherheiten, Fachkräftemangel und steigender Produktionskosten vor einem Strukturwandel. Der neue Bericht »State of Industrial Automation 2025« von Universal Robots zeigt, dass Unternehmen Automatisierung zunehmend als strategische Notwendigkeit begreifen. Auf Basis einer Befragung von 2174 Fachkräften aus acht europäischen Ländern – darunter 351 aus Deutschland – analysiert die Studie aktuelle Trends, Treiber und Hürden der industriellen Transformation.

Produktivität, Kosten und Qualität

In Deutschland nennen 68 Prozent der Unternehmen Produktivität und Kostensenkung als wichtigste Gründe für Investitionen in Automatisierung, 62 Prozent streben eine Qualitätsverbesserung an. Die Mehrheit sieht Robotik als Schlüsselfaktor für die Zukunftsfähigkeit der Industrie. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) betrachten Robotik als wichtigste Technologie bis 2030.

Effizienzsteigerung durch Cobots: 89 Prozent der Anwender berichten über messbare Produktivitätsgewinne, teilweise über 50 Prozent. Bild: Universal Robots

KI und maschinelles Lernen werden zwar zunehmend wahrgenommen, doch nur 34 Prozent der deutschen Fachkräfte sehen darin kurzfristig transformative Effekte. Die Studie verdeutlicht, dass viele Betriebe den Schwerpunkt derzeit auf praxisorientierte, direkt einsetzbare Automatisierungslösungen legen.

Cobots als Brücke zwischen Mensch und Maschine

Kollaborierende Roboter – kurz Cobots – stehen im Zentrum dieser Entwicklung. Sie ermöglichen die direkte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine, ohne dass aufwendige Schutzvorrichtungen erforderlich sind. 35 Prozent der befragten deutschen Unternehmen setzen Cobots bereits ein, weitere 31 Prozent bereiten ihre Einführung vor.

Cobots helfen beim Fachkräftemangel: 91 Prozent der Befragten erwarten, dass der Einsatz die Engpässe in der Produktion um mindestens zehn Prozent reduziert. Bild: Universal Robots

90 Prozent der Befragten erwarten, dass Cobots den Fachkräftemangel um mindestens zehn Prozent verringern können. Über die Hälfte (51 Prozent) glaubt, dass sie bis 2030 mehr Arbeitsplätze schaffen als ersetzen. Als größte Herausforderung nennen 46 Prozent der deutschen Unternehmen die Integration in bestehende Produktionssysteme – deutlich mehr als der europäische Durchschnitt von 33 Prozent.

Gregor Spieker ist Country Manager DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) bei Universal Robots und verantwortet somit maßgeblich die Geschäftsaktivitäten und strategische Entwicklung in dieser Region. Bild: Universal Robots

»Automatisierung ist kein Zukunftsprojekt mehr, sondern eine Notwendigkeit, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Cobots sind strategische Werkzeuge, die Unternehmen widerstandsfähiger machen«, betont Gregor Spieker, Country Manager DACH bei Universal Robots.

Welche Branchen betrifft es?

Die größten Potenziale sehen deutsche Unternehmen in der Automobilindustrie (57 Prozent), der Elektronikfertigung (52 Prozent) und der Logistik (48 Prozent). In diesen Bereichen sind Präzision, Skalierbarkeit und Flexibilität entscheidend.

Cobots übernehmen hier Aufgaben wie das Handling empfindlicher Bauteile, die Maschinenbestückung oder ergonomisch belastende Tätigkeiten. Damit steigern sie nicht nur die Effizienz, sondern verbessern auch die Arbeitsplatzsicherheit und -qualität.

KI-gestützte Automatisierung im Aufwind

Neben klassischer Robotik gewinnt KI-gestützte Automatisierung zunehmend an Bedeutung. 38 Prozent der europäischen Befragten sehen künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie bis 2030. Durch digitale Zwillinge, virtuelle Inbetriebnahmen und adaptive Regelungen sollen Entwicklungszeiten verkürzt und Produktionsprozesse dynamischer gestaltet werden.

In Deutschland sehen 47 Prozent der Fachkräfte Cobots als Jobmotor: Sie gehen davon aus, dass kollaborierende Roboter bis 2030 mehr Arbeitsplätze schaffen als verdrängen. Bild: Universal Robots

Der Bericht zeigt, dass die Kombination aus Mensch, Maschine und Daten die Grundlage zukünftiger Produktionsmodelle bildet. Smarte Automatisierung ist damit nicht nur eine technologische, sondern auch eine organisatorische Herausforderung.

Herausforderungen und Unterstützungsbedarf

Trotz der hohen Akzeptanz bleibt der Handlungsbedarf groß. Fehlende Standards, unzureichende Schulungen und Unsicherheiten bei der Berechnung des Return on Investment gelten als zentrale Hemmnisse. Besonders kleine und mittlere Unternehmen benötigen praxisnahe Unterstützung bei Implementierung, Bedienung und Skalierung.

Universal Robots sieht in der Bereitstellung schlüsselfertiger Lösungen und intuitiver Benutzeroberflächen entscheidende Hebel, um den Zugang zu Automatisierung zu erleichtern.

Automatisierung als Zukunftsstrategie

Automatisierung ist längst ein zentrales Element der industriellen Wertschöpfung. Cobots verkörpern den Übergang zu einer menschenzentrierten, flexiblen und skalierbaren Produktion. Die Studie »State of Industrial Automation 2025« verdeutlicht: Wer heute in Automatisierung investiert, stärkt nicht nur seine Effizienz, sondern sichert auch die technologische Führungsposition von morgen.

Viele Einsatzfelder

Besonders in der E-Mobilitätsproduktion zeigt sich der Nutzen des »FTS«: Beim Einsetzen von Batteriemodulen in Klebebetten stellt der Sensor sicher, dass jede Zelle mit konstanter Anpresskraft fixiert wird – eine Grundvoraussetzung für Sicherheit und gleichbleibende Qualität.

Teilen
PDF-Download
Weiterempfehlen
Drucken
Anzeige Hersteller aus dieser Kategorie