»MentorLens«-App erweitert Wärmebildkameras für Anlagenchecks
Thermische und klimatische Messung
Flir integriert die »MentorLens«-App in Wärmebildkameras der »iXX-Serie«. Wartungsteams erfassen Typenschilder, Zustandsfotos und Thermogramme direkt an der Anlage und übertragen die Daten ohne manuelle Zwischenschritte in die Anlagenakte.

Mit der neuen App für professionelle Wärmebildkameras der »iXX-Serie« wird die Zustandsbewertung von Anlagen direkt in den Inspektionsprozess eingebunden. Wartungs- und Zuverlässigkeitsteams können Typenschilder, visuelle Zustandsbilder und Thermogramme mit einem Gerät erfassen und die Informationen direkt an die jeweilige Anlagenakte senden. Dateiübertragungen, manuelle Dateneingaben und Medienbrüche sollen damit entfallen.
Bei Wärmebildinspektionen entsteht der Nutzen nicht allein durch das Bild, sondern vor allem durch die Weiterverarbeitung der Daten. In vielen Abläufen werden Dateien zunächst von einer SD-Karte auf einen Rechner übertragen. Dabei können thermische Metadaten verloren gehen oder verändert werden. Zudem landen Ergebnisse häufig in Ordnerstrukturen statt in den Systemen, in denen Wartungsarbeiten geplant und dokumentiert werden.
Thermische Daten bleiben im Workflow erhalten
Die App läuft nativ auf der Kamera und überträgt die erfassten Daten direkt in die Stammdaten. Thermische Informationen bleiben dabei erhalten. Technikerinnen und Techniker können neue Anlagen anlegen oder bestehende Datensätze aktualisieren, ohne die Bedienoberfläche der Kamera zu verlassen. Die Bildgebungs- und Hardwarefunktionen bleiben verfügbar, darunter MSX, Palettenauswahl, Lampe und Laser. So lassen sich Thermogramm, Typenschildfoto und Zustandsbild mit demselben Gerät erfassen.
Nach der Synchronisation verarbeitet die Software die Daten automatisch weiter. Informationen aus Typenschildern und Etiketten werden in standardisierte Anlagenattribute übertragen. Visuelle Bilder werden hinsichtlich des Zustands bewertet, Wärmebilder mit Betriebsreferenzwerten verglichen. Diese Referenzwerte stammen aus den Typenschilddaten der Anlage oder aus Herstellerhandbüchern. Die Berichte enthalten erkannte Anomalien, Temperaturmesswerte und empfohlene Maßnahmen. Frühere Bewertungen derselben Anlage fließen in die Analyse ein, sodass Verschleiß über mehrere Inspektionen hinweg nachvollziehbar wird.
Anbindung an Instandhaltungssysteme
Die Zustands- und Thermografiedaten werden in eine Plattform für Anlagenleistungsmanagement übertragen. Dort können Regeln vorbeugende Arbeitsaufträge auslösen. Zustandsverlauf, Arbeitshistorie und SCADA-Ereignisse werden in einem Stammdatensatz zusammengeführt. Berichte lassen sich als standardisierte PDF-Dateien exportieren. Die zugrunde liegenden Daten können per API an bestehende CMMS- oder EAM-Systeme übergeben werden. Betreiber müssen ihr Stammdatensystem dadurch nicht austauschen.
Bei KI-gestützten Arbeitsabläufen bleibt eine fachliche Prüfung vorgesehen: Eine Person bestätigt, welche Informationen zur Anlage gespeichert werden. Damit verbindet der Workflow automatische Auswertung mit menschlicher Kontrolle.
Einsatz in mehreren Industrien
Die kombinierte Lösung wurde zunächst in der Wasser- und Abwasserwirtschaft eingesetzt und wird nun auch in Fertigung, Metallindustrie sowie Öl- und Gasbranche genutzt. Dort werden thermografische Inspektionen bislang häufig an spezialisierte Dienstleister ausgelagert. Laut Anbieter lassen sich mit der App Datenerfassungen vor Ort deutlich beschleunigen und Kosten gegenüber herkömmlichen Methoden der Zustandsbewertung senken.
Die Anwendung ist weltweit für Nutzerinnen und Nutzer der Kamera-Serie mit entsprechendem Abonnement verfügbar. Vorgestellt wird die Integration außerdem auf der 34. SMRP-Jahreskonferenz vom 28. September bis 1. Oktober 2026 in Raleigh, North Carolina. Geplant sind eine Innovation-Lab-Sitzung zu Arbeitsabläufen von der Kamera bis zur Anlageninformation sowie Vorführungen an den Messeständen der beteiligten Unternehmen.


