KI im Arbeitsalltag: Studie zeigt große Lücke zwischen Nutzung und Integration

Artikel vom 3. Februar 2026
allgemeine Beratungsleistungen

Nur rund 20 Prozent der Beschäftigten in Deutschland nutzen Künstliche Intelligenz regelmäßig im Job. Eine aktuelle Studie des ifo Institut zeigt: KI ist zwar weit verbreitet, wird aber meist informell eingesetzt und selten systematisch in betriebliche Prozesse integriert.

Künstliche Intelligenz (KI) ist im deutschen Arbeitsalltag angekommen – allerdings meist nur punktuell. Das zeigt die aktuelle Studie DiWaBe 2.0 des ifo Instituts, die auf rund 9.800 repräsentativen Interviews mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten basiert. Demnach haben etwa 64 Prozent der Befragten KI bereits mindestens einmal im Job genutzt. Regelmäßig kommt sie jedoch nur bei etwa jedem fünften Beschäftigten zum Einsatz. KI ist damit für viele eher ein gelegentliches Hilfsmittel als ein fest integrierter Bestandteil der täglichen Arbeit.

Besonders auffällig ist die Art der genutzten Anwendungen. Die individuelle KI-Nutzung konzentriert sich stark auf leicht zugängliche Texttools wie Chatbots oder Übersetzungsprogramme. Über 80 Prozent der KI-Nutzenden greifen auf solche generischen Anwendungen zurück, die ohne großen Aufwand verfügbar sind. Spezialisierte oder kostenintensive KI-Systeme, etwa für Bild-, Sprach- oder Diagnosedaten, werden dagegen deutlich seltener eingesetzt und finden sich vor allem dort, wo Unternehmen sie gezielt bereitstellen.

Schatten-IT birgt Risiken

Ein zentrales Ergebnis der Studie betrifft die Einführung von KI im Betrieb. Nur etwa ein Drittel der Nutzenden verwendet hauptsächlich Tools, die vom Arbeitgeber eingeführt wurden. In zwei Dritteln der Fälle geschieht der Einsatz eigeninitiativ – häufig an der offiziellen IT vorbei. Diese Form der Schatten-IT zeigt zwar die hohe Bereitschaft der Beschäftigten, neue Technologien auszuprobieren, birgt für Unternehmen jedoch Risiken, etwa in Bezug auf Datenschutz, Datensicherheit und fehlende Prozessintegration.

Dort, wo KI systematisch eingeführt wird, zeigen sich jedoch andere Muster. Beschäftigte berichten von einer höheren Nutzungshäufigkeit, mehr Weiterbildungsangeboten und stärkerer KI-gestützter Supervision. Zudem gehen diese Rahmenbedingungen häufiger mit wahrgenommenen Produktivitätsgewinnen einher. Die Studienautoren weisen allerdings darauf hin, dass es sich um Korrelationen handelt und keine kausalen Effekte nachgewiesen werden.

Für Unternehmen, insbesondere im technisch-industriellen Umfeld, ergeben sich daraus klare Handlungsfelder. Die Studie legt nahe, dass es nicht ausreicht, auf die Eigeninitiative der Mitarbeitenden zu setzen. Stattdessen sind eine strukturierte Einführung von KI-Systemen, begleitende Qualifizierungsmaßnahmen sowie klare organisatorische und technische Leitplanken erforderlich. So lässt sich der Übergang von gelegentlicher Nutzung hin zu einer routinierten, sicheren und prozessintegrierten Anwendung unterstützen. Insgesamt zeigen die Ergebnisse: Die Grundlage für einen breiteren KI-Einsatz ist vorhanden – die konsequente Umsetzung steht jedoch in vielen Betrieben noch aus.

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